10.04.05XHTML oder was?

Zur Zeit laufen im Web wieder heftige Diskussionen um XHTML. Das X kommt scheinbar immer mehr außer Mode, zumindest wird es vermehrt in Frage gestellt.

Kein echtes XHTML

Warum man XHTML nicht anwenden sollte, liegt u.a. darin begründet, dass diejenigen die das tun, lediglich Tagsoup produzieren. Also kein echtes XHTML. Das Dokument wird als ganz normales HTML ausgegeben. Würde man es als application/xhtml+xml ausliefern, würden die meisten Browser nur Fehlermeldungen herausgeben, die Seiten so nicht funktionieren. Ganz abgesehen davon, dass man die eigentlichen Features von XHTML gar nicht nutzen kann. So z.B. MathML, eigene Dokumenttypen und Namespaces und andere.

Meinungen

Contra:

Pro:

(X)HTML

Also einigen wir uns doch einfach auf die etwas veränderte Schreibweise: (X)HTML. Dabei klammern wir das X bewusst etwas aus, um deutlich zu machen, dass wir faktisch HTML ausliefern, uns dabei aber an die Syntax von XHTML halten. Wir schließen Elemente, schreiben Elementnamen klein, verzichten auf den Einsatz bestimmter Elemente und bemühen uns sauberes Markup zu produzieren (vorher ohne XHTML hat man sich bemüht funktionierendes Markup zu schreiben, dass überladen, umständlich und langsam war). Der Einsatz von (X)HTML hat Vorteile, kann tatsächlich die Features von echtem XHTML nicht nutzen, aber es bringt auf keinen Fall Nachteile.

Dokumenttyp und Inhalt

Vielleicht werde ich in Zukunft meine Dokumente auch als HTML 4.01 in der DTD auszeichnen (dann wenn sich "Back to the roots" als neuer Trend durchsetzt ;) ). Das Ergebnis wird das gleiche bleiben. Denn die DTD legt lediglich fest, welche grammatikalischen Regeln im Dokument gelten und in welcher Sprache die Inhalte verfasst sind. Beispiel:

< !DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//de" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">

Einfluss hat sie somit nur auf das Prüfergebnis der Validatoren. Mehr auch nicht. Der so genannte Content-Type Header sagt aus, dass wir ein einfaches Textformat nutzen und der Inhalt als HTML interpretiert werden muss und welcher Zeichensatz benutzt wird (vgl. T.O.).

Content-Type: text/html; charset=iso-8859-1

Das ist der Grund, warum XHTML als text/html faktisch HTML erzeugt. Es kann somit nicht mehr als HTML 4.01 und ist in dieser Form auch nichts neues. Trotzdem hat es was bewegt und das lässt sich nicht abstreiten.

Fazit

Auf alle Fälle soll das der letzte Beitrag zum Thema "To X or not to X" gewesen sein. Denn die Diskussion entwickelt sich zu einem Mikrowellenthema. Immer wieder wird das ganze aufgewärmt, ohne dabei wesentlich etwas verändert zu haben. Der Tipp kann eigentlich nur lauten: Nutzt sauberes Markup und denkt an gute Strukturen.

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4 Antworten

  1. Vitaly Friedman am Apr 16, 2005 | Reply

    Vielen Dank für den Artikel - ich wollte schon immer ganz konkrete Information über XHTML erhalten. Jetzt überlege ich mir gerade, in welche Richtung ich mich bewegen möchte. Ihr Artikel kann dabei sehr hilfreich sein. Danke!

    Mit freundlichen Grüßen aus Saarbrücken,
    Vitaly Friedman

  2. Namenloser am Apr 20, 2005 | Reply

    Hallo,

    ich freue mich diesen Beitrag über XHTML auch gelesen zu haben. Seit einigen Tagen versuche ich verzweifetlt richtiges XHTML so anzuwenden, dass jeweils mit Hilfe eines PHP Codes der User Agent des Browser abgefragt wird, ob er XHTML unterstüzt oder nicht um in dann entweder den XHTML media Typen zu übergeben oder den normalen für HTML. Nun habe ich bei all den Versuchen und Überlegungen ganz die Tatsache aus den AUgen verloren, dass im Prinzip es mir auch nichts nützen würde wenn ich es schaffen würde was ich vor hatte. Den wenn ich in einer XHTML Seite keine anderen XHTML spezifischen Sprachen einbauen will bzw. kann wegen dem IE Browser, dann kann ich mein XHTML auch so schreiben das es lediglich als text/html uasgegeben wird.

    Viele Grüße
    Namenloser

  3. beza1e1 am Aug 28, 2005 | Reply

    Zur Frage Warum XHTML hab ich auch was geschrieben. Der große Vorteil ist, dass XHTML XML und nicht SGML wie HTML ist. Dadurch ist es kurz gesagt: leichter zu verarbeiten, integrierbar (embedable) und besser validierbar.

1 Trackback(s)

  1. Mai 30, 2005: XHTML 2 neuer Arbeitsentwurf - Markup

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